Seit der ersten Ausrichtung im Jahr 2003 haben sich die Innovationsgespräche mittlerweile zu einem Fixpunkt der Forschungs- und Technologieszene in Südösterreich entwickelt. Auch dieses Jahr diskutierten über 100 hochrangige Experten im Auditorium des Grazer Joanneumsviertel über Best Practices der Innovationsfinanzierung.
Steiermark und Kärnten liegen im europaweiten Vergleich ohnehin sehr gut, konstatierte Christoph Kuhn von der Europäischen Investitionsbank (EIB). Zur Steigerung der Innovationskraft unterstützt die EIB als „non for profit“ Institution die Hausbanken von innovativen Unternehmen dabei, Finanzierungsrisiken zu verteilen und übernimmt davon bis zu 50 Prozent. Auch steirische Großbetriebe haben bereits F&E-Finanzierungen über die EIB abgewickelt und aktuell wird an Modellen gearbeitet, die mittelständischen Unternehmen den Zugang zu Liquidität für F&E-Investitionen erleichtern.
Rupert Pichler vom bmvit und Klaus Pseiner von der Forschungs-Förderungsgesellschaft FFG brachten mit ihren Keynotes die nationale Sichtweise ein. Österreich befindet sich im Mittelfeld der sogenannten „Innovation Followers“. Auf dem Weg zu „Innovations Leaders“ wie den skandinavischen Ländern Schweden, Finnland und Dänemark liegen jedoch noch einige Hindernisse. Leere öffentliche Kassen aufgrund der Budgetkonsolidierung gehören neben weiteren Hürden auch dazu. Landesrätin Edlinger-Ploder beschwichtigte, dass im steirischen Doppelbudget Streichorgien bei Zukunftsinvestitionen wie Innovation und Bildung ausbleiben.
Die Transformation des Kärntner Wirtschaftsförderungs-Fonds (KWF) von der Tourismusförderung zur Unterstützung der Bereiche Technologie und Innovation schilderte Hans Schönegger in der Podiumsdiskussion. Mario Müller (Steirischer Forschungsrat und FIBAG), Stefan Rohringer (Industrieforum F&E und Infineon Technologies Austria ) und Roland Koo (Technologie-Gründer und Business Angel) komplettierten die Runde. Am leichtesten finanzieren sich F&E-Projekte aus dem Cashflow, so die Meinung der Experten, aber das sei natürlich selten möglich. Kreditfinanzierung wird jedoch in Hinblick auf Basel III immer schwieriger und die anwesenden Bankenvertreter konnten bestätigen, dass nur ein geringer Teil des Kreditvolumens für Innovationsprojekte verwendet wird.
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Bildtext: v.l.n.r. vorne: Stefan Rohringer (Infineon), Roland Koo (Innovision), Claudia Macheiner (OeNB), Kristina Edlinger-Ploder (Land Steiermark), Wolfgang Pribyl (Joanneum Research), Jochen Pildner-Steinburg (GAW)<br />v.l.n.r. hinten: Wolfgang Höritsch (OeNB), Christoph Kuhn (EIB), Claudia Mischensky (IV Kärnten), Hans Schönegger (KWF), Rupert Pichler (bmvit), Klaus Pseiner (FFG)
